
FERNKONtakT in den Libanon
LONG DISTANCE CONtakT -
ZOUKAK Theatre Company
Lesung und digital-analoger Austausch mit Künstler:innen aus dem Libanon (Eng below)
Wir müssen uns damit beschäftigen. Denn, was im ‘Nahen’ Osten geschieht, hat mit uns zu tun - und es hat vor allem erhebliche Auswirkungen auf unser aller Leben hier. Sie sorgen sich um unser aller Freiheit, schreiben die Künstler:innen der ZOUKAK Theatre Company in einem offenen Brief an Kolleg:innen, im Lichte eines neuen Krieges, unter Einfluss einer Übermacht von Tech-Konzernen und weiter um sich greifenden extremistischen Tendenzen.
Letters From The Ground 1:
VON DEM WAS ÜBRIG BLEIBT vom Zoukak Kollektiv
von Omar Abi Azar, Junaid Sarieddeen, Mohammed Hamdan, Maya Zbib, Lamia Abi Azar
An Künstler:innen und Kulturschaffende, Denker:innen, Schriftsteller:innen, Philosoph:innen in den USA, der EU und den Commonwealth-Ländern,
Stellen Sie sich vor, stellt Euch vor: Ein Vater umarmt einen Schuhkarton mit den unkenntlichen Überresten seines Sohnes.
Aus dem, was übrig bleibt, schreiben wir Ihnen und Euch diesen Brief. Aus dem, was übrig bleibt, sehen wir die Geschichte. Die Geschichte, der wir ausweichen, wenn Ihr uns fragt, wie es uns geht.
In dem, was übrig bleibt, ist kein Platz für Höflichkeit. Da ist kein Platz für Resilienz. In dem, was bleibt, nistet Ehrlichkeit.
Was bleibt, ist das, womit wir konfrontiert sind: die Schuhkartons unserer Realitäten.
Wenn Ihr fragt, wie es uns geht, finden wir keine Worte.
Was wir sagen können, ist, womit wir konfrontiert sind. Wir sind mit Militärtechnologien konfrontiert, die mit künstlicher Intelligenz gesteuert sind, und mit Waffen, die international verboten sind.
(...)
Dieser und weitere Briefe werden im tak gelesen; im Format „FERNKONtakT“ sprechen Künstler:innen des tak mit den Kolleg:innen in Beirut live über Video-Telefonie. Für einen musikalischen Ausklang sorgen libanesische Berliner Künstler:innen – live im tak.
Reading and digital-analogue Exchange
with Artists in Lebanon
We must address this. For what is happening in the ‘Middle East' has a significant impact on all our lives here. They are concerned for the freedom of us all, the artists of the ZOUKAK Theatre Company write in an open letter to colleagues and partners in the 'West', in light of the dominance of tech corporations and the continuing spread of extremist tendencies.
Letters From The Ground 1:
FROM WHAT REMAINS by Zoukak Collektive
To Artists and Cultural Workers, thinkers, writers, philosophers in the US, EU and Commonwealth countries,
Imagine: A father hugging a shoe box, holding the unrecognisable remains of his son.
From what remains, we write you this letter.
From what remains, we see the story. The story that we find ourselves avoiding when you ask us how we are doing.
In what remains there is no space for politeness. There is no space for resilience.
In what remains nestles honesty.
What remains is what we face; the shoe boxes of our realities.
When you ask how we are doing we find no words.
What we can tell is what we face.
We are facing military technologies based on artificial intelligence and weapons that are internationally prohibited.
(...)
This one and other letters will be read out and discussed at tak, in the ‘LONG DISTANCE CONtakT’ format, artists from tak will speak with them live via video call. Lebanese artists based in Berlin will provide a musical finale – live at tak.
22.APRIL DIENSTAG 19:30 Uhr
Income from Ticket Sales will be donated to an organisation close to ZOUKAK which supplies food and other goods to refugees in Beirut
Im Prinzenhof des Aufbau Haus
Eingang über die Prinzenstraße

